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ZweitSinn: Cool und ökorrekt.

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Meine regelmäßigen Leser kennen das schon, aber es ist immer wieder überraschend:

Müll wird zum Glanzstück im Wohnzimmer. Manchen Recyclingmöbeln sieht man gar nicht an, dass sie aus gebrauchten Materialien bestehen. Der “Mediaparkplatz” von Designer Thomas Herzog ist ein solches Möbelstück, das durch seine lackierten Oberflächen kaum von Designermöbeln aus neuem Material zu unterscheiden ist. Das Regal ist für Fernsehgerät, DVD-Player oder Musikanlage gedacht. Etwa 500 Euro. Zu finden bei ZweitSinn hier <<<

Bleiben Sie wertschätzend: Herzlichst Det Mueller
Lohas Beitrag Bizzlounge #032/2009 © muellerkonzept

Det Mueller (Dienstag, der 14. April 2009 / 10:08) | Permalink

3 Antworten zu “ZweitSinn: Cool und ökorrekt.”

  • Sybs_Bauer Sybs Bauer sagt:

    ohne die Initiative von Zweisinn schmälern zu wollen, muss ich doch mein veto als Designerin einlegen, wenn ich “Designermöbel” lese.
    Was macht ein Möbel zu einem “Designermöbel”? dieser Begriff macht schlichtweg keinen Sinn. Jedes Möbel wird gestaltet, die Frage stellt sich nur ob gut oder schlecht. Die stellt sich übrigens auch dann, wenn die Materialien zu einer Wiederverwendung kommen.

    Und da wir gerade dabei sind, ist “Design” ein Beruf, der sich der Gestaltung von Produkten widmet, die industriell hergestellt werden, dazu gehört der gesamte Lebenszyklus, der Prozess, die Ideen Findung, die Produktion und die Entsorgung - hierzu gehören keine Einzelstücke, auch wenn so mancher Tischler sich Designer nennt. (was leider daran liegt, dass die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist)

    Sybs Bauer

    Sybs Bauer

  • unregistered Werner Baumann sagt:

    Liebe Sybs Bauer,
    erlauben Sie einem der “ZweitSinn-Mitarbeiter” zwei Anmerkungen:
    Sie haben recht - es hat sich eben so eingebürgert, dass Möbel die von DesignerInnen gestaltet wurden als solche bezeichnet werden.
    Dem zweiten Absatz des Kommentars muss ich aber teilweise widersprechen. Alle ZweitSinn-Möbel werden in Klein- (manche Produkte inzwischen auch als Groß-) serie aufgelegt. Wir produzieren im Handwerk. Die meisten Produkte von ZweitSinn wurden von gestandenen DesignerInnen oder von Desigstudierenden entwickelt. Partner von uns sind z.B. Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften. In einigen Fällen konnten wir z.B. benachteiligten Jugendlichen oder Langzeitarbeitslosen überraschende Kreativität entlocken. Einige dieser Mitarbeiter arbeiten jetzt im sog. 1. Arbeitsmarkt für uns, entwickeln z.B. ZweitSinn-Möbel - und wir sind so frech sie als Designer zu bezeichnen. Leider sind die schulischen Vorqualifikationen meist nicht so, dass wir ihnen ein Designstudium ermöglichen könnten, aber bis zur Tischlermeisterin hat es schon gereicht. Leider gibt es viel zu wenig Designer (und Möbelhersteller) die konsequent den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte im Auge haben oder gar konsequent mit gebrauchten Rohstoffen arbeiten. Derzeit arbeiten wir mit drei Hochschulen (Detmold/hs-owl, Münster/Akademie im Handwerk und Kunsthochschule Kassel) daran, dass solche Tätigkeiten fester Bestandteil des Designstudiums werden. Und noch ein ganz wichtiger Punkt: ZweitSinn macht nicht nur Möbel - wir geben Menschen, die meist eine jahrelange gesellschaftliche Ablehnungsodyssee hinter sich haben, eine zweite Chance. Handwerksbetriebe im regionalen Umfeld bekommen von uns Aufträge.
    Seit einigen Jahren präsentieren wir unsere Ideen und Grundsätze auf der imm-cologne - in der “design-talents” - Halle. Es wäre ein großes Lob für unsere Kollegen, wenn Sie sie so bezeichnen würden.
    In diesem Sinne - bleiben Sie uns gewogen. Wenn Sie eine gute Recycling-Design-Idee haben, hat ZweitSinn immer ein offenes Ohr (und Auge) dafür.

  • Det_Mueller Det Mueller sagt:

    @ Sybs Bauer und Dr. Baumann

    Haben Sie beide Dank für Ihre Beiträge. Ich bin froh, dass ich noch mit einem Kommentar gewartet hatte, denn die von der Kollegin aufgeworfene Streitfrage gehörte m.E.n. hier nicht hin.

    Ich bin selbst anerkannter Designer mit Studium und als Creative Director viele Jahre in Großagenturen aktiv gewesen, bevor ich mich vor 16 Jahren selbständig machte. Sybs hat vergleichbar als Professorin gearbeitet und ist ebenfalls lange als sehr anerkannte Produktdesignerin erfolgreich unterwegs.

    Dennoch wollte ich hier nicht um die Berufsbezeichnung diskutieren, sondern lediglich das Anliegen von Dr. Baumann und seinem Team an der Uni unter Lohas Aspekten würdigen - nämlich aus Altem Neues zu machen, ohne weitere CO2 Emissionen hervorzurufen und Menschen einen Arbeitsplatz zu bieten.

    Det Mueller

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