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blog:BIZZLOUNGE LOHAS
Wer viel kauft, sollte auch Verantwortung übernehmen!

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Das größte Outdoor-Fachgeschäft Europas mit 7.000 qm und knapp 200 Mitarbeitern steht in Köln. Auf vier riesigen Etagen präsentiert “Globetrotter” im Olivandenhof mehr als nur das übliche Stammsortiment. Erreichbar über eine Erlebnistreppe sind hier das große Wassersportbecken für Boote und Taucher, ein großer Tauchladen im Shop, die noch leistungsfähigere Kältekammer, der Klettertunnel, ein Quallen-Aquarium, die Reiseklinik, ein Store von…, ein Shop in Shop von, eine Aktionsfläche von…

Als Kölner und begeisterter Wanderer und Kanufahrer finde ich das Angebot natürlich erstmal umwerfend. Als Lohas Protagonist bin ich mir allerdings aus mehreren Gründen nicht so sicher, ob ich mich freuen soll oder doch eher heulen. Zunächst kann ich bei so einem Riesenangebot dieses Ausmaßes natürlich nichts dazu sagen, ob die angebotenen Waren unter dem “Nachhaltigkeits-Gedanken” produziert worden sind. Ich unterstelle mal, dass es hoffentlich auf wenigstens die Hälfte der Produkte zutreffend sein möge…

Die zweite kritische Überlegung aber betrifft die Natur selbst. Focus titelt diesen Montag “Wer in ist, muss draußen sein”. Aber wenn ich diese Mengen der verschiedensten Produkte betrachte und mir nun vorstelle, dass Hunderttausende von Outdoorliebhabern jedes Wochenende unsere spärlichen Wälder überfluten, bis an die Zähne ausgerüstet und festen Willens sind, die teuer erworbenen Ausrüstungsteile auch auszuprobieren, wird mir bang ums Herz für unser bisserl freie Natur. Zumal die Perfektionisten natürlich auch noch im Geländewagen, im SUV (Sport Utility Vehicle) anreisen.

  • Bewegung ist großartig. Natur eben so. Aber bestimmte Dinge funktionieren einfach in Deutschland nicht, weil wir weder Kanadas noch Frankreichs oder Schwedens Weiten besitzen.

Und wir Deutsche haben leider eines nicht gelernt: Masshaltigkeit. “Hoppla hier komm ich”, gilt auch immer noch im Wald und auf der Skipiste. Deshalb passen Sie gut auf, dass sie bei Ihrer Osterwanderung nicht doch von einem rasenden Mountainbike-Freak umgenietet werden. Und falls Sie Kirchgänger sein sollten, bedenken Sie bitte, dass es keine Strafe Gottes ist, wenn Sie Ostersonntag von einem Steigeisen erschlagen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr eigener Nachbar seine neue Kletterausrüstung direkt an einer naheliegenden Hochhaus- oder Altbaufassade ausprobieren will, ist ungleich größer…

Wertschätzende Ostern: Ihr Det Mueller
Bizzlounge Lohas Beitrag #128/2010 © Det Mueller

Det Mueller (Mittwoch, der 31. März 2010 / 14:29) | Permalink

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