
Keine Sorge, heute ist erst Dienstag, der Kritikblitz kommt aber mal etwas früher. Essen und Lebensmittel sind für unseren Körper und Geist besonders wichtig. Vertrauen sollte man deswegen den Marken und den Händlern, die mit diesem kostbaren, weil wichtigen Gut handeln. Aber gerade im Moment werden wir wieder hier und da aufgescheucht, von schlechten Nachrichten über Unternehmen, denen Profit viel wichtiger ist, als unsere Gesundheit.
Im Nahrungsmittelbereich wird, um die Verbrauchergunst zu gewinnen, gelogen, auf Teufel komm raus. Kein Wunder, schließlich geht es um Milliardenumsätze. Deswegen erstaunt das Ergebnis einer aktuellen Studie)* nicht sonderlich:
“Eine Konsumentenbefragung zur Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel belegt ein geringes Verbrauchervertrauen in den verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Umwelt und Sortimentspolitik…”
Eine Mitschuld an solchen Ergebnissen trägt möglicherweise auch der Milchfürst Theo Müller aus Süddeutschland. Er lässt seine Produkte der Firmen Müllermilch und Weihenstephan teilweise so manipulieren, dass man das Ergebnis laut Gerichtsurteil getrost als “Genmilch” bezeichnen darf. Auch das und weit schlimmere Fehltritte gehören übrigens längst zum Basis-Wissen auf Wikipedia [ <<< lesen!] und dennoch kann man es nicht oft genug sagen…
Denn solche Genmanipulationen von Foodwatch und Greenpeace durchaus aufgedeckt, bundesweit bekannt und gerichtlich abgehandelt, hindern nicht am Bersten der Kühlregale bis heute! Der kluge Unternehmer kommt ja gleichzeitig mit zwei starken Marken und zahlreichen weiteren Firmen und Produkten omnipräsent daher. Mittlerweile sogar europaweit. Genmilch? Subventionsbetrug in Millionenhöhe? Massive Repressalien gegen Milchbauern und Gegner seiner Müllverbrennungsanlage? Egal - all diese Vorgänge und diskutierten Vorwürfe hinderten Müllermilch und Weihenstephan keineswegs daran, allein in 2008 noch 2,3 Milliarden Euro (!!!) Umsatz erwirtschaftet zu haben. Donnerwetter!
Aber woher kommt das viele Geld? Na? Klar, von uns Verbrauchern! Aber warum? Warum kaufen Menschen weiterhin Produkte solcher Firmen? Weil die Werbung so schön ist? Weil zahlreiche Werbe-Prominente nicht irren können? Alles Müller oder was???
So zeigen die Umfragewerte der Studie keinen ernüchternden Befund, sondern eigentlich einen erfreulichen: Verbraucher reagieren, wenn auch noch viel zu langsam und viel zu wenig. Aber über ein Drittel der deutschen Konsumenten (35,4 Prozent), die besonders auf Nachhaltigkeit achten, vertraut keinem der Unternehmen des Lebensmittelhandels (LEH).
Um Vertrauen zurück zu erobern, sollten sich aber auch die großen Handelskonzerne wie Edeka und Rewe schleunigst überlegen, die Unmengen fragwürdiger Produkte verschiedenster Hersteller aus ihren Regalen zu verbannen. Der Werbe-Satz “Wir lieben Lebensmittel” könnte irgendwann ja auch nach hinten losgehen. Auf den Staat als korrigierendes Element sollten wir jedenfalls nicht hoffen. Also: Lohas bedeutet hier vor allem, die Macht des strategischen Konsums zu demonstrieren! Wie? Na ganz einfach: Schädliches getarnt als Lebensmittel wird nicht mehr gekauft, geschweige denn gegessen! Basta! So einfach könnts gehen, wenn viele Menschen aufwachen und mitmachen…
Bleiben Sie wertschätzend kritisch: Ihr Det Mueller
)* Übrigens: Durchgeführt haben die Umfrage/Studie die Plattform utopia und die Ketchum Pleon GmbH. Beweise für die Vorwürfe liefern der BUND, Greanpeace, Foodwatch und Wikipedia.
Bizzlounge Lohas Beitrag #130/2010 © Det Mueller
