Archiv für die ‘Selbstmotivation’ Kategorie

[INTRO] Angeregt durch Beiträge auf dem Ideenlese Blog habe ich mir vorgenommen, jetzt täglich mindestens 7 Tage lang eine kleine Runde von etwa 4 km zu joggen. Da ich ein ziemlich undisziplinierter Mann bin, der nur ungern eingefahrene Komfortzonen verlässt, habe ich mich entschieden, meine Quälerei öffentlich zu machen - getreu dem Managermotto “Blamiere Dich täglich” - um mein Vorhaben nicht sang- und klanglos, womöglich schon nach dem dritten Lauf aufzugeben. Ich freue mich übrigens sehr über Anregungen oder eigene Erfahrungesberichte…
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[Tag 03] Sonntag, 06. Juni 2010. High Noon, 11.45 Uhr!
Okay, ich neige offenbar dazu Fehler gerne zu wiederholen und laufe in die Mittagshitze. Schweinebacke Schweinehund wollte mich heute nicht früh aus dem Bett lassen. Sein Argument: es sei schließlich Sonntag, meine geliebte Frau gäbe ja Seminare im Schwarzwald und an mich seien somit keine besonderen Erwartungen an diesen Tag gerichtet. Ich könne ja später laufen! Ahnt ihr was? Der Scheißkerl hat mir eigentlich einreden wollen, morgen zu laufen oder besser noch in 6 Tagen. Bullshit!!!
Also raus in die Hitze. Und keine Angst, auch mit 57 muß man nicht gleich einen Infarkt bekommen, wenn man etwas in Bewegung geübt ist, wenn man reichlich Wasser aufgenommen hat und wenn man aufmerksam auf die Körpersignale achtet. Und besonders wichtig für die Kerle: Nicht übertreiben! Ab 45+ neigen sehr viele Geschlechtsgenossen zu stark überzogener Selbsteinschätzung! Was das Verhältnis zwischen Samensträngen und Muskeln angeht, mag ja jeder seine Stammtischideologien vertreten - aber Freunde, wenn es um euer Herz geht, solltet ihr euch selbst nichts in die Tasche lügen! Besonders die TV-Sportler: Bei der letzten WM in Germany, sind zahlreiche Männer an Infarkt gestorben, den sie aus Aufregung vor dem TV bekommen haben!!!
Kleiner Test fürs männliche Selbstbewußtsein gefällig: Jeder gesunde Mann, sollte 25 Liegestütze hinbekommen! Noch Fragen?
Mein Knie meldet sich heute kaum! Aber die Hammererfahrung des 3. Tages ist eine andere: wieder habe ich den Kopf besiegt! Monate war ich der festen Überzeugung, an der Steigung und nach 7 Minuten bin ich erst mal platt. Ja von wegen! Heute bin ich die Strecke anders rum gelaufen - nein Du Pfeife, nicht rückwärts - sondern in der anderen Richtung. Der Weg ist anfänglich nicht so schön, deswegen hab ich das bisher immer ausgeschlossen, aber der “gefürchtete Berg” kommt dann erst am Schluß und außerdem als Abstieg. Im Ergebnis sah das so aus: ab Minute sieben, schaute ich ständig auf die Uhr und wunderte mich, warum keine Schlappmeldung kam. Ich lief weiter, und weiter - ja ich lief die ganze Runde an einem Stück - ohne Gehpause!
Ich kann es selbst nicht fassen! Trainingserfolge können das nicht sein! Nach drei Tagen unmöglich. Es kann nur im Kopf passiert sein! Hab also meine innere Komfortzone verlassen und ausgedehnt. Ich weiß jetzt, dass ich 4 km am Stück immer noch laufen kann. Eine gute Basis für mehr. Hinzu kommt das neue Wissen, dass das Täglichlaufen - Streakrunning - offenbar auch völlig andere Auswirkungen auf den Muskelkater hat. Der nämlich will gar nicht kommen. Es gibt winzige Ansätze, aber bevor man sich leidvoll in diese verkriechen kann, ist schon der nächste Lauf passiert, und der übernächste… Ein erstaunliches Phänomen!
Resultat: 20 Minuten am Stück gelaufen! Hitze war kein Problem, Knie auch nicht. Die Freude übers Ergebnis trägt mächtig! Dennoch halte ich die Euphorie klein, es wird sicher auch Rückschläge geben - völlig normal für ein Training, für ein Experiment.
Bleibt wertschätzend zu euch selbst: Herzlichst Det Mueller
Bizzlounge Lohas Beitrag #148/2010 © Det Mueller
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[INTRO] Angeregt durch Beiträge auf Christines Blog habe ich mir vorgenommen, jetzt täglich mindestens 7 Tage lang eine kleine Runde von etwa 4 km zu joggen. Verbunden mit der Hoffnung, eine positive Sucht zu entdecken, die mir nicht nur das Hirn mit frischem Sauerstoff freibläst, sondern auch mein derzeitiges, weit überhöhtes Kampfgewicht von 92 kg bei knapp 180 cm wenig trainierter Körperlänge, spürbar reduziert. Da ich ein undisziplinierter Mann bin, der nur sehr ungern eingefahrene Komfortzonen verläßt, habe ich mich entschieden, meine Quälerei öffentlich zu machen - getreu dem Managermotto “Blamiere Dich täglich” - um mein Vorhaben nicht sang- und klanglos, womöglich schon nach dem dritten Lauf aufzugeben. Ich brauche also Eure Unterstützung und Tipps, aber vielleicht motiviert es Euch auch, ähnliches zu tun…
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[Tag 02] Samstag, 05. Juni 2010. Morgens, 7.45 Uhr!
Bitte fragt mich nicht, wieso ich in Allerherrgottsfrühe auf die Idee komme zu joggen. Zumal ich gestern Abend mit einigen Freunden beim Bier ziemlich versackt bin und erst um 2.00 Uhr im Bett war. Aber heute stand ich um 7 senkrecht und mir geht es gut. Etwas noch im Tran, aber immerhin in der Lage, nach leichtem Aufwärmen beim Yoga (10 Minuten), die Rennlatschen überzustülpen und loszudüsen…
Na ja, “losdüsen” entspricht nicht der Wahrheit, ist poetische Überhöhung. Ich laufe ohnehin meist langsam, um im Puls zu bleiben. Langsamlaufen, kleine Schritte, kleeeeiiiine Schritte - hab ich ja vor Jahren von unserem seligen Ulrich Strunz (67) gelernt. Obacht, was heißt hier selig! Der Mann lebt nach wie vor und ist vermutlich immer noch sehr gebräunt, um die Wirksamkeit seiner Laufschule “Forever Young” zu untermauern. Nun gut, zurück auf die Straße, mit ihren harten Wahrheiten.
Mein rechtes Knie meldet sich heute bereits nach sieben Minuten, also exakt zu der Zeit wo ich das erste Mal schlapp mache. Aber mein Geist scheint wacher zu sein: ich weiß nämlich auch warum ich nach 7 Minuten bereits schwächele. Da hab ich nämlich die erste Steigung hinter mir und die liegt ziemlich am Anfang des Weges, schon auf den ersten 800 Metern ( 2 Runden Stadion - you remember?). Da bin ich noch gar nicht richtig warm. Also gut, ich gehe 2 Minuten. Erste Unterbrechung also. Und ist völlig okay! Was ich versuche, ist ein neuer Trainingseinstieg. Und Training heißt nix anderes als üben!!! Das muss man sich selbst immer vor Augen führen. Selbstmotivation!
Der Morgen hat enorme Vorteile. Selbst in den Schatten der Büsche, wo sich gestern die Wärme staute, empfängt mich eine frische, wunderbar klare Morgenluft. Es ist herrlich. Alles ist noch ziemlich still, wenig Hunde mit Anhängsel. Eine weitere Joggerin. Sonst Niemand. Der Kopf wird wach und ich genieße die Momente. Die Strecke wird flach und ich laufe bereits mehr als die Hälfte des Weges. Bin viel zu schnell, aber es funktioniert. Komischerweise schmerzt das Knie beim Laufen nicht, eher in den Gehpausen. Komfortzonen ausweiten, leichten Schmerz ertragen - schießt es mir durch den Kopf. Irgendwie geht das gut, zumindest viel besser als ich dachte. Also Leute schwingt die Hufe und versucht es auch. Die wichtigste und härteste Prüfung scheint allein im Kopf zu passieren. Wenn der lernt, dass das gut ist, was ich da mache - und das geht nur, wenn man sich geduldig zeigt und nicht übertreibt, kanns was werden…
Resultat: 25 Minuten Körper, Geist und Seele gelüftet. Bin also heute zu schnell unterwegs. 3 Gehpausen á 2 Minuten. Atem geht ruhig. Knie ist okay. Große Freude über die Tatsache, dass ich früh aus den Federn war. Morgen gehts weiter und jetzt gibts Frühstück!
Bleibt wertschätzend zu euch selbst: Herzlichst Det Mueller
Bizzlounge Lohas Beitrag #147/2010 © Det Mueller
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[INTRO] Angeregt durch Beiträge auf Christines Blog habe ich mir vorgenommen, jetzt täglich mindestens 7 Tage lang eine kleine Runde von etwa 4 km zu joggen. Verbunden mit der Hoffnung, eine positive Sucht zu entdecken, die mir nicht nur das Hirn mit frischem Sauerstoff freibläst, sondern auch mein derzeitiges, weit überhöhtes Kampfgewicht von 92kg bei knapp 180 cm wenig trainierter Körperlänge, spürbar reduziert. Da ich ein undisziplinierter Mann bin, der nur ungern eingefahrene Komfortzonen verläßt, habe ich mich entschieden, meine Quälerei öffentlich zu machen - getreu dem Managermotto “Blamiere Dich täglich” - um mein Vorhaben nicht sang- und klanglos, womöglich schon nach dem dritten Lauf aufzugeben. Ich brauche also Eure Unterstützung und Tipps…
[Tag 01] Freitag, 04. Juni 2010. Nachmittag, 15.30 Uhr! Na klasse, fängt ja schon gut an, es ist nämlich heiß in Köln. Doofer Anfängerfehler. Wollte eigentlich heute früh schon gelaufen sein. Der innere Schweinehund hat sich aber dauernd etwas einfallen lassen, um die Sache zu verschieben. Noch schnell einen Kaffee und eine Zigarrette - und los gehts! Nein!!! Weder noch, lieber ein großes Glas Wasser, Kappe auf, Schuhe an und weg. Schön langsam und gleichmäßig atmen. Mann ist das warm. Aber es geht ein leichter Wind. Angenehm. Wow, fünf Minuten laufe ich schon, kommt mir aber viel länger vor. Minute 8,5: Kniee melden Ärger! Mist! Zurück geht nicht, also weiter. Aber erst mal gehen. 5 Minuten laufen, 2 Minuten gehen. Ja, das paßt. Jetzt kommt mein Lieblingsstück, durch die blühenden Felder. Ja, jetzt ist Sommer!
Ich höre die Vögel, ich rieche das Korn und meine Gedanken schweifen ab. Noch vor 6 Jahren, als ich gerade 50 war, konnte ich prima eine gute Stunde laufen. War damals sogar einige Male sehr nah an “Runner´s High”, diesem Endorphinregen, der einen zuweilen schweben läßt. Davon ist heute natürlich nicht einmal etwas zu ahnen. Nach der letzten Steigung fühle ich mich aber dennoch wohl. Weil ich glücklich bin, überhaupt vom Schreibtisch aufgestanden zu sein. Selbstmotivation ist schon ein geiles Ding. Und den Schweinehund hau ich sicher auch noch in die Pfanne. Aber langsam - nicht zu große Euphorie nach dem ersten Tag.
Resultat: 30 Minuten meine Raucherlunge ordentlich gelüfet. 4 Gehpausen á 2 Minuten. Atem geht ruhig. Die Kniee haben sich beruhigt. Freude über die Tatsache an sich. Morgen gehts weiter!
Bleiben Sie wertschätzend auch zu sich: Det Mueller
Bizzlounge Lohas Beitrag #146/2010 © Det Mueller
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